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Die Chronik des NCV Fanfarenzug Nidda 1957
In rot-weißen Uniformen bestand ihre erste Aufgabe darin, das Prinzenpaar an den närrischen Tagen zu belgeiten und zu bewachen. Im Jahr 1953 übergab Franz Klüber das Corps in die Hände von Walter Frank. Zunächst änderte sich am Aufgabenbereich nichts. Man bewachte weiterhin das Prinzenpaar mit militärischer Exaktheit. Dazu waren natürlich auch Gewehre von Nöten, die aber, wie könnte es an Fastnacht anders sein, aus Holz bestanden.
Die Freundschaft und gegenseiteigen Besuche der Karnevalsgesellschaft Alt Kölle sowie die Übergabe der heute noch mit Stolz getragenen Standarte gaben für das Corps den Anstoß einen anderen Weg zu gehen. Mit dem Besuch von Tanzmariechen und Bläsercorps aus Kölle in Nidda nahm eine Idee Gestalt an, welche 1957 von dem damaligen NCV Vorstand mit Leben erfüllt wurde.
Männer wie Helmut Wicke, Hartmut Würtz, Albert Lier, Erwin Klock, Georg Wegner, Seppel Arnold, Klaus Dumke, Helmut Pfaff und viele andere waren die ersten Aktiven des neu gegründeten Tanz- und Fanfarencorps. Als Kommandant fungierte Walter Frank, der es in wunderbarer Weise verstand die Gruppe zusammen zu halten und zu vergrößern. Erster musikalischer Leiter wurde Jupp Siegl, der aber nach kurzer Zeit Nidda aus beruflichen Gründen verlassen musste. Ihm folgte Georg „Schorsch“ Müller, der es verstand, in seiner selbstlosen Art, die jungen Leute zu begeistern und in kürzester Zeit die ersten Auftritte zu organisieren. 1. Tanzmajor des Tanzcorps war Peter Hauck. Einen Namen darf man in Verbindung mit der Gründung des Tanz- und Fanfarencorps nicht vergessen: Senator Ludwig Buch. Er war es, der mit viel Zielstrebigkeit die nötigen Gelder für die Uniformen und Musikinstrumente beschaffte. Er ließ es sich nicht nehmen die erste Fanfare aus seinen eigenen Mitteln zu stiften. Leider musste man das Tanz-Corps nach nur wenigen Jahren einstellen, was aber nichts daran änderte, dass der Fanfarenzug seit 1957 fester Bestandteil und klingender Botschafter des NCV ist. Was keiner so richtig geglaubt hatte nahm Gestalt an, und die Auftritte beschränkten sich nicht nur auf die Kampagne. Auch Vereinsfeste und Umzüge innerhalb der Stadt Nidda und des Umlandes wurden zum Forum des Fanfarenzuges. Walter Frank wurde zum zweiten Vorsitzenden des NCV gewählt und gab aus diesem Grund das Amt des Corps – Kommandanten in die Hände des Mit Georg Müller wuchs der Fanfarenzug innerhalb kurzer Zeit zu einer stattlichen Truppe. Er war ein wirklicher Idealist, der sich mit ganzem Herzen seinem Fanfarenzug verschrieben hatte. Auch nach der aktiven Zeit sprach „Schorsch“ Müller immer noch von „seinem Fanfarenzug“. Aber jede Ära geht einmal zu Ende, so auch die von Georg Müller. Nach 13 Jahren übergab er das Schiff Fanfarenzug 1970 in die Hände seines Stellvertreters Walter Allert, und wurde am 16. April in der Jahreshauptversammlung des NCV zum Ehrenkommandanten ernannt.
Durch weiterhin gezielte Ausbildungen und fleißiges Besuchen der Übungsstunden Woche für Woche, konnte man nur drei Jahre später in Knesebeck (Niedersachsen) den bisher größten Erfolg erzielen. Der heimischen Presse war die dicke Schlagzeile „Hörnergruppe des NCV-Corps Deutscher Vizemeister“ zu entnehmen. 1981 folgte im benachbarten Hungen der Titel „ Hessischer Vizemeister“. Im Jahr 1982 gab Walter Allert sein Amt als Kommandant ab und ein Nachfolger musste gefunden werden.
Im Jahr 1984 konnte man in Niddaer Stadtteil Eichelsdorf einen weiteren Sieg nach Hause holen. Die Presse titelte: „Hörnergruppe des NCV-Corps Hessenmeister“. Noch im selben Jahr machte man wiederum Schlagzeilen und konnte voller Stolz in den Zeitungen lesen, „Hörnergruppe des NCV-Corps DEUTSCHER MEISTER“ Den Titel „Deutscher Meister“ konnte bisher noch kein Niddaer Musikverein in die Heimatstadt holen. Für diesen Erfolg zeichneten verantwortlich: Bärbel Kaffenberger, Elke Götz, Günter Stroh, Alfred und Ulrich Nagel, Stefan Wirth, Walter Allert, Klaus Kaffenberger, Wolfgang Koch und der musikalische Leiter Dieter Götz.
Wie bei den vorangegangen Wettstreiten war man auch in Alsfeld die kleinste Teilnehmergruppe, wodurch die Leistung noch unterstrichen wurde. Eine solche Leistung wurde auch von oberster Stelle gewürdigt. Der damalige Hessische Ministerpräsident Holger Börner ließ es sich nicht nehmen seine Glückwünsche zu übermitteln. Man schrieb mittlerweile das Jahr 1987. Die Hörnergruppe musste leider auf Grund der zu geringen Teilnehmerzahl aufgelöst werden, doch den größten Schock erlebte der Fanfarenzug im September desselben Jahres. Vier Wochen vor seinem 40. Geburtstag verstarb Alfred Nagel für alle überraschend. Dieser Verlust war für den Fanfarenzug nur schwer zu verkraften.
Unter seiner Regie konnte der Fanfarenzug zum ersten Mal einen Übungsraum sein eigen nennen, der für Übungszwecke, Spielersitzungen und vor allen Dingen zum gemütlichen Beisammensein nach Übungsstunden und Auftritten genutzt wird. Die Räumlichkeiten wurden von der Stadt Nidda kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Unterkunft, bestehend aus Aufenthaltsraum, kleiner Küche und einem WC befand sich noch im Rohbau und musste komplett ausgebaut werden. Der Ausbau wurde von Manfred Gand in hervorragender Weise organisiert. Er schaffte es die Mitglieder und viele Freunde zu motivieren und mit Spenden sowie jeder Menge Arbeitseifer das neue Domizil herzurichten. Dass dies eine gute Entscheidung war, stellte sich in den Folgejahren heraus. Nach elf Jahren gab Manfred Gand die Geschicke des Fanfarenzuges in jüngere Hände.
2008 übernahm Nicole Behrendt die Geschicke des Fanfarenzuges und führt nun fort, was ihre Vorgänger aufgebaut haben.
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musikalischen Leiters Georg Müller ab. Für die Verdienste um den Aufbau des Fanfarenzuges ernannte man Walter Frank zum Ehrenkommandanten. Diese Ehre wurde zuvor dem damaligen NCV Vorsitzenden Otto Klös zu teil. Er war es, der die Verbindungen zu „Alt Kölle“ herstellte und mit dem Vorstand versuchte die Geschicke des Fanfarenzuges nach deren Muster zu lenken. Neben Otto Klös erhielt auch der damalige Bürgermeister Wilhelm Eckhardt die Würde des Ehrenkommandanten. Manche Traditionen die heute noch um den Fanfarenzug gepflegt werden, sind in dieser Zeit aus der Taufe gehoben worden.
Mit seiner jugendlichen Unbeschwertheit, seinem offenen Wesen und seiner Gradlinigkeit war Walter Allert der richtige Mann um diese Nachfolge anzutreten. Er brachte es wie kein anderer fertig, die jungen Leute zu führen, zu begeistern und sie gleichfalls zu noch größeren Leistungen anzuspornen. Durch die Initiative des Ausbilders Dieter Götz konnte im Jahr 1976 eine Hörnergruppe an den Fanfarenzug angegliedert werden. Ausbilder und Kommandant gelang es die Musiker an den Fanfaren, Hörnern und Trommeln zu noch mehr Leistungen anzutreiben. Erstmals nahm man im Jahr 1977 an einem Wettstreit der Hörnergruppe teil und schaffte auf Anhieb einen beachtlichen vierten Platz.
Die Nachfolge übernahm Alfred Nagel, der dort weitermachte, wo sein Vorgänger aufgehört hatte. Junge Laute auf Dauer bei Laune und hohem Niveau zu halten ist gerade bei einem Wechsel in der Führungsspitze sehr schwer und bedarf einer guten Kameradschaft. Dass diese vorhanden war, zeigten die Erfolge der nächsten zwei Jahre.
Als Nachfolger für den zu früh verstorbenen Alfred Nagel konnte der langjährige Fanfarenbläser Manfred Gand gewonnen werden. Er leitete in den Jahren 1987 bis 1998 die Geschicke des Fanfarenzuges.
Klaus Traband hieß der neue Kommandant, der von 1998 bis 2008 die Geschicke des Fanfarenzuges leitete. Da auch Dieter Götz als langjähriger Übungsleiter zu der Zeit aufgab, übernahm Klaus Traband die Funktion des Ausbilders. Er festigte die musikalische Grundausbildung als Fundament für die bis heute geleistete Entwicklung des Fanfarenzuges, womit der Fanfarenzug zu einem Aushängeschild der Stadt Nidda geworden ist. Er stellte die Notenlehre in den Vordergrund und hat sich dafür 2006 Pierre Wagner für die Trommelausbildung und 2007 Marco Behrendt für die Bläserausbildung als Unterstützung geholt, um den Fanfarenzug zu höheren Leistungen zu bringen.